Stillen und Krankheit



Stillen bei Erkältung
Wenn sich die Mutter während dem Stillen eine Erkältung einholt, dann ist es für das Baby und auch für die Mutter das Beste, wenn sie mit dem Stillen fortfahren. Denn schon nach einer kurzen Zeit bildet der Körper der Mutter Antikörper, die über die Muttermilch auf das Baby übertragen werden und das Kind vor der Krankheit der Mutter schützt. Sollte das Kind doch krank werden, ist der Verlauf wesentlich leichter. Wenn die Mutter sich mit Ihrer Erkältung unwohl und abgedroschen fühlt, hat das Stillen für Sie viele Vorteile. Sie kann mit Ihrem Kind im Bett bleiben und es im Liegen stillen. Baby und Mutter können sich dabei ausruhen und langsam wieder zu Kräften kommen. Damit die Infektionsgefahr fürs Baby nicht zu groß ist, sollten einige Hygienevorschriften eingehalten werden. Man sollte Küssen im Gesicht oder Anatmen vermeiden, weil die Ansteckung über eine Tröpfchen- oder Schmierinfektion am ehesten übertragen wird. Außerdem ist regelmäßiges Händewaschen wichtig. Wenn sich das Baby dabei dennoch angesteckt hat, dann ist es für das Baby hilfreich, wenn Sie es in einer erhöhten Stillposition anlegen, damit es besser Luft bekommt. Sie können aber auch versuchen, dem Kind einige Tropfen Milch in die Nase des Kindes zu träufeln, weil dies die Atemwege des Babys frei macht. Sollte die Mutter Fieber haben, dann sollte Sie durch die verringerte Flüssigkeitsaufnahme mehr Flüssigkeit zu sich nehmen.

Stillen und Allergie
Immer mehr Kind und Erwachsene leiden an einer Allergie. Weil das Immunsystem des Babys noch nicht ausgereift ist, ist es besonders gefährdet. Wenn das Baby früh in Kontakt mit Substanzen gerät, die Allergien auslösen, dann wird sein Immunsystem dadurch sensibilisiert – es gewöhnt sich daran und reagiert sofort mit Abwehr auf diese Allergene, wenn es wieder auf sie trifft. Die meist verbreiteten Erkrankungen bei Kindern im Allergiebereich sind Neurodermitis, Heuschnupfen und Asthma. Dass man auf Reizstoffe allergisch reagiert ist eine vererbte Veranlagung. Wenn bereits die Eltern und Geschwister von einer Allergie betroffen sind, dann steigt das Risiko, dass das Baby diese Allergie ebenfalls bekommt.
Eltern können aber einiges tun, um dies zu verhindern. Das Stillen ist gegen Allergie der beste Schutz. Möglichst alle Babys sollten im ersten Lebenshalbjahr ausschließlich gestillt werden, denn die Muttermilch bietet alles, was Ihr Baby in den ersten Monaten auf der Welt braucht. Muttermilch enthält arteigenes Eiweiß und ist deshalb nonallergen. Ebenfalls sind darin Antikörper gegen Eiweiße, wie Gluten oder Kuhmilch, enthalten. Durch Sie wird der Verdauungstrakt des Babys zusätzlich geschützt. Wenn Sie aber nicht stillen können dann brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, denn solange Ihr Baby keinem Allergierisiko ausgesetzt ist, kann die industriell gefertigte Babynahrung zum wohl des Kindes beitragen. Sollten Sie aber nicht stillen können und es besteht die Gefahr, dass Ihr Baby allergieanfällig ist, ist auch eine so genannte H.A.-Milch eine gute Lösung. Vor Anwendung sollten Sie aber auf jeden Fall erst den Kinderarzt zu Rate ziehen. Diese Milch wird in einem speziellen Verfahren aus Kuhmilch hergestellt. Bei diesem Verfahren wird das Milcheiweiß so weit auf gespalten, dass die Abwehr des Körpers dieses nicht mehr als Fremdkörper ansieht. Sie sollten diese Art der Ernährung aber auf jeden Fall mit Ihrem Kinderarzt besprechen, weil zum Beispiel ein Baby mit einer Allergie gegen Kuhmilch, von dieser Milch ebenfalls nichts bekommen darf. Für solche Kinder gibt es dann eine Spezialnahrung.