Stillen und Verhütung
Für den Körper und die Psyche einer Frau ist die Schwangerschaft und Geburt ein so einschneidendes Erlebnis, dass es erst einmal einige Zeit dauert, bis die Frau wieder eine selbstständige Beziehung zu sich und ihrem Körper herstellen kann. In wissenschaftlichen Untersuchungen wurde herausgefunden, dass Frauen, die stillen, sexuell aktiver sind und sich auch Ihre Gebärmutter schneller wieder zurückbildet. Manche Frauen haben noch wochenlang Schmerzen, weil Sie zum Beispiel einen Dammschnitt hatten, der schlampig vernäht wurde und auch noch Wochen oder sogar Monate nach der Geburt ein schmerzhaftes Ziepen verursachen. Außerdem können die Brüste überaus empfindlich sein, die Frau kann sehr übermüdet sein und merkt immer noch, wie die Anstrengungen der Geburt Ihren Körper geschwächt haben. Da kann es schon mal sein, dass das Verlangen nach Sex nicht gerade herausragend groß ist. Dabei dürfen die Eltern aber nicht verzweifeln, das ist normal und nach einer gewissen Zeit spielt sich das ganze dann wieder von alleine ein.
Wenn Sie gegenseitiges Verständnis aufbringen und offen zu Ihrem Partner sind, dann kommen Sie sich als Liebespaar oder sogar Ehepaar wieder näher. Je entspannter und neugieriger Sie sind, desto eher finden Sie wieder zu einer befriedigenden Sexualität.
Methoden zur Verhütung in der Stillzeit
Bei der Verhütung in der Stillzeit sollten Sie sich nicht auf natürliche Empfängnisverhütung verlassen. Wenn Sie Ihr Baby regelmäßig und ohne Zufütterung stillen, dann ist es zwar so, dass der Eisprung wegen des hohen Prolaktinspiegels unterdrückt wird, aber es kann dann auch sein, dass durch eine kleine Stillpause in der Nacht die verhütende Wirkung nachlässt und Sie Schwanger werden – trotz stillen.
Außerdem sollten Sie sich auch nicht auf das Messen der Basalttemperatur verlassen. Wenn man täglich die Aufwachtemperatur misst, dann kann man damit zwar feststellen, wann ein Eisprung stattfindet, allerdings ist hier die Voraussetzung, dass man einen regelmäßigen Schlaf hat. Dieser ist mit einem Neugeborenen nicht gewährleistet.
Sie haben zwar die Möglichkeit, die Anti-Baby-Pille einzunehmen, allerdings ist diese Methode in der Stillzeit sehr umstritten. Ihr Arzt wird Ihnen in der Stillzeit eine Minipille verschreiben, die im Gegensatz zur normalen Pille keine Östrogene, sondern nur Progesteron enthält. Dabei wird verhindert, dass die Milchbildung gehemmt wird. Allerdings verändert auch das Progesteron die Zusammensetzung in der Muttermilch. Man weiß noch nicht genau, welche und ob Langzeitwirkungen beim Baby auftreten können.
Relativ sicher und auch gutverträglich ist das Einsetzen einer Spirale. Allerdings erst dann, wenn die Gebärmutter wieder völlig zurückgebildet hat und die Schleimhaut der Gebärmutter sich wieder regeneriert hat.
Die besten Lösung die es für das Verhüten in der Stillzeit gibt, sind Kondome, weil das Liebesleben nach der Geburt eh erst einmal sporadisch verläuft und Kondome keine negativen Auswirkungen auf den Körper haben. Sie können dann einfach bei Bedarf eingesetzt werden.