Stillprobleme



Verletzungen
Wunde Brustwarzen, Risse und Schrunden an der Brustwarze oder am Warzenhof können sehr lästig sein. Diese Probleme beim stillen treten besonders in den ersten Wochen der Stillzeit an Brustwarzen oder Warzenhöfen auf. Sie entstehen durch ungünstige Stillpositionen, falsches Trinkverhalten des Kindes, falsches Anlegen oder durch ein zu kurzes, festes Zungenbändchen beim Kind.

Besonders wichtig beim Stillen sind die richtige Stillposition und ein korrektes Anlegen an die Brust. Ihr Baby sollte hoch an der Brust liegen und der Mund sollte auf Höhe der Brustwarze sein. Es sollte den Kopf beim Stillen nicht drehen müssen und einen weit geöffneten Mund haben. Stützen Sie Ihren Arm oder das Baby durch feste Kissen. Manchmal kommt es auch vor, dass das Kind am Anfang des Stillens hoch genug liegt und währenddessen aber abrutscht, weil der Arm der Mutter langsam müde wird und nicht ausreichend gestützt ist. Sie können dieses abrutschen vermeiden, in dem Sie sich beim Anlegen nicht über Ihr Kind beugen, sondern eine zurückgelehnte Haltung einnehmen und Ihr Kind dann schnell an sich heranziehen. Dann können Sie noch ein Kissen unter ihren Arm stopfen oder auch ein Stillkissen benutzen. Es ist nicht nötig, die Brust von der kleinen Babynase wegzudrücken, denn dies verändert nur die Position der Brustwarze im Mund des Kindes und kann wunde Brustwarzen verursachen. Die Nasenflügel des Babys sind so gewölbt, dass Sie auch beim Trinken ausreichend Luft bekommen. Sollten Sie deswegen trotzdem Angst haben, können Sie auch einfach den Po des Babys näher an sich heranziehen, weil es dann auf jeden Fall genug Luft bekommt.

Richtiges Trinken
Wenn Sie alles versucht haben, um Ihre wunden Brustwarzen heilen zu können und es hat sich nichts getan, dann nehmen Sie mal Kontakt zu einer Laktationsberaterin auf. Sie untersucht das Saugverhalten Ihres Kindes und schaut, ob alles richtig funktioniert. Wenn das nicht der Fall sein sollte, dann wird ein Saugtraining mit dem Baby durchgeführt. Wenn das Baby es gewohnt ist, an der Flasche zu trinken, dann kommt es zu einem falschen Saugverhalten, weil mein Fläschchentrinken eine andere Trinkvariante angewendet wird. Wenn Ihr Baby nicht richtig trinken kann, dann kann es auch sein, dass sein Zungenbändchen zu kurz und zu fest ist. Dies ist der Fall, wenn Ihr Baby versucht die Zunge heraus zu strecken oder wenn es schreit. Die Zungespitze ist dann eingekerbt, wie ein Herz. Der Säugling kann also seine Zunge nicht über die untere Zahnleiste legen. Dies kann die Ursache für eine Brustwarzenentzündung, aber auch für ein schlechtes Gedeihen und Unzufriedenheit beim Baby sein. Das Zungebändchen muss dann von einem Arzt durchtrennt werden. Danach sollten Sie Ihr Baby direkt anlegen, denn dies beruhigt und hat gleichzeitig eine Blutstoppende Wirkung.

Heilung wunder Brustwarzen
Nur weil Sie eine Brustwarzenentzündung haben, müssen Sie noch lange nicht abstillen. Sollten Sie jedoch zu große Schmerzen haben oder sollte Ihr Baby erbrechen, weil es Blut schluckt, dann können Sie eine Stillpause einlegen. Dafür sollten Sie Ihre Brust ein bis zwei Tage lange vorsichtig mit der Hand entleeren und dies genauso oft tun, wie Sie Ihr Baby normalerweise trinken lassen. Dabei wird die Milchproduktion auf recht erhalten. Die Muttermilch kann nun mit einem Finger-Feeder, Becher oder Löffel gefüttert werden – vor allem wenn es noch sehr jung ist, sollte es nicht mit der Flasche gefüttert werden. Sollten Sie keine Pause einlegen wollen, dann können Sie zur Heilung beitragen, in dem Sie häufig die Stillposition wechseln und nicht dauernd die wunde Stelle belasten. Außerdem können Sie sich Brustwarzenschoner in der Apotheke kaufen, wobei Sie zwischen den Stillmahlzeiten auch ab und zu Luft an die Brustwarzen und Warzenhöfe lassen sollten. Stillmahlzeiten sollten Sie immer mit der weniger schmerzenden Seite beginnen. Das Milch-Speichel-Gemisch des Babys sollten Sie immer an der Brustwarze antrocknen lassen, damit die Brust noch etwas umkleidet ist. Außerdem hilft auch das Tragen von Woll-Seide-Stilleinlagen, die Sie aber wechseln sollten, sobald sie nass sind. Gereinigtes Wollfett hilft besser als Heilsalben oder Cremes, da es dick aufgetragen werden kann.

Wenn Sie mit den Stillen aufhören möchten, sollten Sie Ihr Kind behutsam drauf vorbereiten. Wie Sie selbst den richtigen Zeitpunkt zum Abstillen finden erfahren Sie in der Mamilounge.